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Ein Becken mit klarem Wasser an den Laghetti di Rocchetta Nervina

Seen in Ligurien: ein ehrlicher Führer zu Seen, Weihern und Gumpen

In Ligurien gibt es nur wenige, kleine natürliche Seen, und die größten sind Stauseen. Hier erfahren Sie, wo sie liegen, Gebiet für Gebiet, und wo Sie die Gumpen der Wildbäche für ein Bad nahe Bordighera finden.

2 Oktober 2026 · 10 Min. Lesezeit

Kurz gefasst

Wer die Seen Liguriens sucht, sollte mit einer einfachen Wahrheit beginnen: Dies ist eine Region des Meeres und der steil ins Meer abfallenden Berge, nicht der großen Seen. Natürliche Seen gibt es nur sehr wenige und kleine, fast alle versteckt in den Wäldern des Apennins; die größeren Wasserflächen sind dagegen Stauseen, die im 20. Jahrhundert mit einem Damm angelegt wurden, um die Städte mit Wasser oder die Industrie mit Energie zu versorgen.

Das heißt nicht, dass sich ein Besuch nicht lohnt. Manche dieser Seen sind von Buchenwäldern und Naturparks umgeben, andere bieten ruhige Rundwege fernab der Küste. Und im Ponente, rund um Bordighera, zeigt sich das Süßwasser in anderer Form: als klare Becken, die die Wildbäche ausgewaschen haben und die hier alle „laghetti“ (kleine Seen) nennen.

In diesem Führer finden Sie die Seen nach Gebieten geordnet, mit ihrer Art (natürlich oder künstlich), den Möglichkeiten vor Ort und in groben Zügen der Anfahrt. Wo Baden nicht erlaubt ist oder keine Quellen es bestätigen, sagen wir das deutlich.

Seen in Ligurien: Warum es so wenige gibt

Ligurien ist ein schmaler Landstreifen zwischen Meer und Wasserscheide: Die Flüsse sind kurz und steil und eilen zum Meer hinab, ohne Mulden zu hinterlassen, in denen sich Wasser sammeln könnte. Die einzigen nennenswerten natürlichen Seen sind glazialen Ursprungs und liegen im oberen Val d’Aveto, im Hinterland der Levante, wo während der letzten Eiszeit kleine Gletscher vom Monte Aiona herabflossen.

Wenn von Seen in Ligurien die Rede ist, geht es daher fast immer um Stauseen: Der größte der Region ist der Lago del Brugneto, Ende der 1950er-Jahre für die Wasserversorgung Genuas gebaut. Viele dieser Becken sind Trinkwasser- oder Wasserkraftreservoirs: Man kann sie bewundern und zu Fuß umrunden, zum Baden sind sie aber nicht gedacht. Denken Sie daran, bevor Sie mit Handtuch und Badesachen aufbrechen.

Ponente und Provinz Imperia

An der Riviera dei Fiori gibt es keine echten Naturseen. Dafür gibt es die Wildbäche der Täler im Hinterland, die über den Fels fließend Becken und Gumpen mit klarem Wasser ausgewaschen haben, sowie einen kleinen Stausee in der Höhe, am Tor zu den Ligurischen Alpen.

Laghetti di Rocchetta Nervina

Art: natürliche Bachgumpen. Die Laghetti di Rocchetta Nervina sind eine Reihe von Becken, die der Bach Barbaira gleich oberhalb des Dorfes Rocchetta Nervina ausgewaschen hat, in einem Seitental des Val Nervia. Das Wasser fließt über glatt geschliffene Felsen und schimmert smaragdgrün: Im Sommer ist dies einer der beliebtesten Orte im Hinterland für eine Abkühlung.

Man lässt das Auto im Dorf und geht zu Fuß am Bach entlang weiter. Für eine längere Wanderung gibt es den Sentiero Balcone, der am Oratorium beginnt und in etwa 50 Minuten zur Cin-Brücke am Eingang der Barbaira-Schlucht führt, wo mit erfahrenen Guides Canyoning betrieben wird. Von Bordighera aus fährt man etwa 35 Minuten mit dem Auto, das Val Nervia hinauf über Dolceacqua hinaus.

Lago di Tenarda

Art: künstlich. Ein kleiner Stausee im oberen Val Nervia, auf dem Gemeindegebiet von Pigna, an der Straße, die von der Colla di Langan zum Colle Melosa hinaufführt. Kein Badesee, aber ein schöner Aussichtshalt zwischen den Wäldern, auf dem Weg zu den Wanderwegen des Parks der Alpi Liguri, etwa zum Monte Toraggio.

Der Bach Argentina und das Val Roja

Im Valle Argentina fließt der Bach am Dorf Badalucco vorbei, wo die Tourismus-Website der Riviera dei Fiori empfiehlt, sich in seinem Wasser abzukühlen; weiter oben, Richtung Triora, verengt sich das Tal zu Kalkschluchten, die bei Kletterern und Canyoning-Fans beliebt sind. An der französischen Grenze, in Airole im Val Roja, nennt dieselbe Website kleine natürliche Gumpen zum Baden und einen Fluss, auf dem Kanu und Rafting betrieben werden. Mehr dazu weiter unten.

Provinz Savona

Lago di Osiglia

Art: künstlich. Er liegt im Val Bormida, im Hinterland von Savona, in der Gemeinde Osiglia, auf gut 600 Metern Höhe. Er entstand in den 1930er-Jahren mit dem Damm von Osiglietta, der gebaut wurde, um das Wasser für die Stahlindustrie des Tals zu regulieren: Dafür wurde ein Teil des alten Dorfes überflutet. Er ist etwa drei Kilometer lang und der größte See der Provinz Savona.

Heute ist er von Buchen-, Kastanien- und Nadelwäldern umgeben und Austragungsort von Ruder- und Kanuwettkämpfen; in der Mitte überspannt ihn die sogenannte Manfrin-Brücke, benannt nach ihrem Planer. Für das Forellenangeln gelten die Vorschriften der Provinz. Man erreicht ihn mit dem Auto aus dem Hinterland von Savona, das Val Bormida hinauf.

Gebiet um Genua

Lago del Brugneto

Art: künstlich. Er ist der größte See Liguriens: ein etwa drei Kilometer langer Stausee auf rund 775 Metern Höhe im oberen Val Trebbia, im Parco naturale regionale dell’Antola, nahe Torriglia. Er wurde zwischen 1956 und 1959 mit einem 80 Meter hohen Damm angelegt, der einige kleine Weiler überflutete, und ist das wichtigste Trinkwasserreservoir Genuas.

Gerade deshalb ist er kein Badesee. Dafür ist er ein schönes Ziel zum Wandern: In den umliegenden Wäldern leben Wildschweine, Rehe und Damhirsche, und die Wege folgen den Ufern. Das Angeln ist geregelt.

Lago di Val Noci

Art: künstlich. Er liegt in Montoggio, im oberen Valle Scrivia, und wurde ab den 1920er-Jahren für die Wasserversorgung von „Groß-Genua“ gebaut. Ein Rundweg um den See führt am Damm und an den großen Kalköfen aus dem frühen 20. Jahrhundert vorbei, Zeugen der Industriearchäologie des Tals.

Laghi del Gorzente

Art: künstlich. Es handelt sich um drei Becken, den Lago Bruno, den Lago Lungo und den Lago Badana, die im 19. Jahrhundert zur Speisung der Wasserleitungen Genuas gebaut wurden. Sie liegen zwischen Ligurien und dem Piemont, oberhalb von Campomorone, im Gebiet der Piani di Praglia; der Badana liegt ganz auf piemontesischem Gebiet, im Parco naturale delle Capanne di Marcarolo. Der Sentiero Naturalistico dei Laghi del Gorzente verbindet sie in einer Wanderung von etwa fünf Stunden. Zu bestimmten Zeiten des Jahres ist das Angeln erlaubt.

Levante und Val d’Aveto

Hier, im Hinterland von Chiavari, finden Sie die wenigen natürlichen Seen Liguriens. Der Parco naturale regionale dell’Aveto mit seinen Buchen- und Tannenwäldern ist das richtige Gebiet, wenn Sie wirklich einen Bergsee suchen.

Lago delle Lame

Art: natürlich, glazialen Ursprungs. Er liegt in der Gemeinde Rezzoaglio, auf etwa 1.050 Metern Höhe, im Wald Foresta delle Lame an den Hängen des Monte Aiona. Er entstand vor rund zwanzigtausend Jahren beim Rückzug eines kleinen Gletschers und ist einer der seltenen Gletscherseen der Region: eine stille, von Wald umgebene Wasserfläche, die mit den Jahreszeiten ihre Farbe wechselt.

Rund um den See beginnen Naturlehrpfade mit Infotafeln sowie Wege zum Monte Aiona und zu den anderen kleinen Seen der Gegend; Wanderer und Angler schätzen ihn sehr. Man erreicht ihn mit dem Auto, das Val d’Aveto hinauf bis Rezzoaglio.

Die Seen der Agoraie

Art: natürlich, glazialen Ursprungs. Etwas oberhalb des Lago delle Lame, auf rund 1.300 Metern, liegt das staatliche Naturschutzgebiet Riserva naturale statale Agoraie di Sopra e Moggetto, das eigens zum Schutz einer Gruppe kleiner Gletscherseen eingerichtet wurde. Der bekannteste ist der Lago degli Abeti, benannt nach den fossilen Weißtannenstämmen, die auf seinem Grund erhalten sind. Es ist ein streng geschütztes Gebiet: Erkundigen Sie sich vor dem Besuch beim Park, wie und wann es besichtigt werden kann.

Lago di Giacopiane

Art: künstlich. Im Valle Sturla, in der Gemeinde Borzonasca und im Aveto-Park, auf etwa 1.000 Metern Höhe, liegen zwei stufenförmig angeordnete Stauseen, der Lago di Giacopiane und der kleinere Lago di Pian Sapeio, die in den 1920er-Jahren zur Stromerzeugung aus Wasserkraft gebaut wurden. Zum Baden sind sie nicht gedacht, doch ringsum führt ein leichter Weg zwischen Lärchen und Nadelbäumen, und nicht selten begegnet man frei lebenden Pferden. Das Angeln wird als Revier verwaltet.

Und die Provinz La Spezia?

Im Gebiet von La Spezia gibt es keine touristisch bedeutenden Seen, die mit denen des Aveto vergleichbar wären: Süßwasser bedeutet hier vor allem die Flüsse Vara und Magra. Wenn Sie einen Bergsee suchen, ist von der Levante aus das Val d’Aveto nach wie vor die naheliegendste Wahl.

Kleine Seen und natürliche Gumpen nahe Bordighera

Wenn Sie in Bordighera wohnen, sind die „Postkarten-Seen“ Liguriens weit entfernt, Süßwasser haben Sie aber schon eine halbe Autostunde entfernt. Die Täler hinter der Küste sind ein hervorragendes Programm für einen Tag Aktivurlaub: morgens ein Bad im Bach, nachmittags ein Ausflug zu den Dörfern im Hinterland.

  • Rocchetta Nervina und der Barbaira: Dies sind die bekanntesten Laghetti des Ponente und die nächstgelegenen. Verbinden Sie sie mit einem Rundgang durch das Dorf mit seinen Eselsrückenbrücken und auf dem Rückweg zum Meer mit Dolceacqua und der von Monet gemalten Brücke.
  • Oberes Val Nervia: Fährt man das Tal hinauf Richtung Pigna und Castelvittorio, wird der Nervia zum Gebirgsbach. Weiter oben, an der Straße zum Colle Melosa, liegt der Lago di Tenarda, eher zum Anschauen als zum Schwimmen.
  • Val Roja, Airole: Das Dorf liegt am Fluss Roja, wenige Kilometer von der französischen Grenze. Die Tourismus-Website der Riviera dei Fiori nennt kleine natürliche Gumpen zum Abkühlen sowie Kanu und Rafting mit spezialisierten Anbietern.
  • Valle Argentina: In Badalucco fließt der Bach nur wenige Schritte vom Dorf entfernt; weiter oben, Richtung Triora, sind die Schluchten Canyoning-Terrain, das man nur mit einem Guide angehen sollte.

Baden im Fluss in Ligurien: Sicherheit und gute Regeln

Die Gumpen der Wildbäche sind wunderschön, aber sie sind keine Schwimmbäder. Bevor Sie hineinspringen, beachten Sie einige Regeln, die in der ganzen Region gelten.

  • Vorsicht vor plötzlichem Hochwasser: Die ligurischen Bäche sind kurz und steil und reagieren schnell auf Regen, auch wenn talabwärts die Sonne scheint. Gehen Sie bei Unwetterwarnung oder nach heftigen Gewittern nicht ans Wasser, und wenn das Wasser trüb wird oder steigt, verlassen Sie es sofort.
  • Felsen und kaltes Wasser: Die glatt geschliffenen Felsen sind rutschig, und das Bachwasser ist selbst im Hochsommer kalt. Tragen Sie Schuhe, die für Steine und Wasser geeignet sind, gehen Sie langsam hinein und springen Sie nicht dort, wo Sie die Tiefe nicht kennen.
  • Verbote beachten: In Stauseen, die als Trinkwasserreservoir dienen, ist Baden nicht vorgesehen; folgen Sie stets den Schildern und den Regeln der Parks, auch beim Angeln.
  • Canyoning nur mit Guides: Die Schluchten des Barbaira und des Valle Argentina begeht man mit der Ausrüstung und Begleitung von Profis.
  • Hinterlassen Sie den Ort so, wie Sie ihn vorgefunden haben: Nehmen Sie Ihren Abfall wieder mit, machen Sie kein Feuer und verschieben Sie keine Steine, um Dämme zu bauen.

Wann hinfahren

Zum Baden in den Gumpen des Ponente ist der Sommer die richtige Zeit, von Juni bis September, wenn das Wasser weniger kalt ist und die Bäche ruhig sind. Für die Bergseen des Aveto und des Antola sind Frühling und Herbst die schönsten Jahreszeiten zum Wandern, mit den Farben der Buchen und weniger Besuchern; im Winter können die hoch gelegenen Seen zufrieren. Um die Reisezeit zu wählen, können Sie auch einen Blick auf das Klima von Bordighera werfen.

Häufige Fragen

Welche natürlichen Seen gibt es in Ligurien?

Es sind wenige und kleine, fast alle glazialen Ursprungs und im Val d’Aveto, im Hinterland der Levante, konzentriert: Der bekannteste und am leichtesten zugängliche ist der Lago delle Lame in Rezzoaglio; in der Nähe liegen die kleinen Gletscherseen des Schutzgebiets Agoraie, deren Zugang geregelt ist.

Welcher ist der größte See Liguriens?

Der Lago del Brugneto im oberen Val Trebbia, im Antola-Park: ein Stausee, der zwischen 1956 und 1959 als Trinkwasserreservoir für Genua gebaut wurde.

Kann man in den Seen Liguriens baden?

In den großen Stauseen, die Trinkwasser- oder Wasserkraftreservoirs sind, ist Baden nicht vorgesehen: Beachten Sie immer die Schilder. Für ein Bad im Süßwasser geht man in Ligurien zu den Gumpen der Wildbäche, etwa zu den Laghetti di Rocchetta Nervina.

Wo kann man in Ligurien im Fluss baden?

Im Ponente sind die bekanntesten Ziele die Laghetti des Bachs Barbaira in Rocchetta Nervina, die natürlichen Gumpen von Airole im Val Roja und der Bach Argentina in Badalucco. Gehen Sie nur bei beständig schönem Wetter und niemals bei Unwetterwarnung.

Kann man an den Laghetti di Rocchetta Nervina baden?

Ja, im Sommer sind die Gumpen des Barbaira zum Baden sehr beliebt. Das Wasser ist kalt und die Felsen sind rutschig: Geeignete Schuhe und Vorsicht sind nötig, besonders nach Regen.

Welche Seen gibt es in der Nähe von Bordighera und Sanremo?

Der nächstgelegene ist der kleine Lago di Tenarda, ein Stausee oberhalb von Pigna, an der Straße zum Colle Melosa. Zum Baden liegen die Laghetti di Rocchetta Nervina etwa eine halbe Stunde von Bordighera entfernt.

Aktualisiert am 3 Oktober 2026

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